Archiv für die Kategorie ‘désinvolture’

kein: flipflopterminal

Juli 3, 2007

Morgengrauen: man kann es gar nicht anders nennen es graut einem ganz grauenhaft an diesem grauen morgen am rand der alpen klingelt um 4.15 der businesswecker man taumelt bewußtlos und lichtlos und hirnlos und selbstlos ins bad dann 107,4 volvonavigationssystemvermessene kilometer autobahn mit dem überregionalen nachtprogramm vom mitteldunkeldeutschen rundfunk einmal rundherum um die landeshauptstadt dann an der allianzarena vorbei die weder blau noch rot sondern bloß aschfahl und schmuddelig ist an diesem morgen einmal pendler immer pendler diese einsicht wird überwummert vom einzigen nachhaltig cleanen windrad münchens auf der ehemaligen müllhalde rechts der alte ikea home of the brave der neue im süden ist auch schon zu klein hab ich gelesen 5.30 alle short term parkplätze am terminal 1 bereits besetzt von leuten die offensichtlich um 3.30 oder um 2.30 oder um 1 aufstehen oder die erst gar nicht mehr wegfahren und ihren temporären lebensmittelpunkt fjs anvertraut haben wenn das mal nicht so wird wie bei jfk also long-term am Nordpol des Flughafens will heißen kilometerlange laufbänder durch eis und schnee so weit die füße eben tragen zum mittelpunkt der erde an den äquatorialen zentralbereich wo’s dann schon von menschen brodelt und kocht dann mit so einem kleinen steilen immer wieder fiesen laufband auf dem man nicht weiß ob einen der eigene oder ein fremder koffer von hinten überrollt den berg hinab zwei mal abbiegen an schlafenden asiaten mit tennissocken und schlechten zähnen vorbei von weitem illuminieren schon die autovermieter in grün orange jamaikanisch den weg wieder ins freie zum terminal 2 dort rein durch zwei hermetisch schließende abteildrehtüren in denen seit monaten yehudi menuhin und simon rattle uns ZEIT verkaufen wollen wir würden ja gerne haben sie aber nicht jetzt kommen schon die check in säulen mit dem netten adretten migrationsgewinnlerpersonal das einen schon über 100, 200 meter als nächstes opfer ausgespäht und angepeilt hat als ob man zu blöd wäre seine meilen-und-mehr karte im schlitz zu versenken und die paar knöpfchen zu drücken die es braucht um das apparätchen zufrieden zu stellen ihr und mein lächeln wischt so halb freundlich aneinander vorbei eine steile rolltreppe rauf komplett alles ausziehen an der security zwei minuten businessterrorist spielen danach wieder komplett alles anziehen nach der security jetzt wird’s zeitlich wieder eng also antiterrorstechschritt einlegen wieder laufbänder dazwischen ein polierter audi a14 bei dem jemand das licht angelassen hat auf einem siegerpodest das gibt’s doch nicht sogar um diese zeit leute die auf den tacho schauen wieviel da drauf steht laufband unterbrechung laufband unterbrechung laufband unterbrechung laufband unterbrechung und im ohr immer und von allen seiten und von überallher das hohle geräusch schnell rollender kleiner trolly kofferräder die über die kante aufs laufband springen und dann vom laufband wieder auf den fjs marmor und dann wieder aufs laufband und dann wieder auf den marmor so genauso klingt plastik im permanenten fronteinsatz

Warum weinen Playmobilfiguren nicht?

Juni 24, 2007

Das ist genau jener Typ von  Frage, an deren Antwort man den Unterschied zwischen désinvolture und dem Gegenteil davon deutlich machen kann.

Toter Dachs:Toter Fuchs

Juni 20, 2007

Ein toter Dachs auf der Autobahn. Er wächst Tag für Tag über sich hinaus. Er streckt die Füße nach oben. Er bläht sich auf. Er hebt ab. Ein toter Fuchs auf der Autobahn: Er rollt sich zum letzten Mal zusammen und macht sich, désinvolte, auf die Reise. 

Federbälle:Feinripp

Juni 20, 2007

Feinripp täuscht die désinvolture eines Energie nach außen abgebenden Federballs nur vor. Die Energie, den Saft, den das Feinripp aufnimmt, kommt von innen. Feinripp dichtet ab. Feinripp ist keine désinvolture.

Tennisbälle:Federbälle

Juni 19, 2007

Der Unterschied zwischen Tennisbällen und Federbällen besteht darin: Tennisbälle sind die Opfer der Energie, die in sie gelegt wird. Federbälle sind désinvolture pur. Sie lassen die Energie einfach durch ihre Rippen ins Leere strömen.